Berlin verliert sein Gesicht

Berlin verliert sein Gesicht

 

Heute bin ich durch Berlin gefahren, mit der U1 nach Kreuzberg, zu meinem Lieblingsfriseur. Ich schaute durch das Fenster auf die verschiedenen Wohnhäuser. Man kann genau sehen, wo bereits ein Investor gekauft hat und wo noch nicht. Es ist wie mit der architektonischen Diversität, die anhand der Bombenanschläge entstanden ist. Nur jetzt werden die Bomben von spekulativen Mächten geworfen und töten die menschliche Diversitäte unserer Stadt. Bald können wir in unserer Stadt nicht mehr leben, weil ein paar Menschen aus Geld noch mehr Geld machen wollen und nie genug davon haben. Noch schlimmer vielleicht, weil sie nicht verstehen, dass menschliche Diversität bereits ein Reichtum ist. Sie wissen noch nicht, dass sie unter der Kluft, die sie bauen, bald selbst leiden werden. Irgendwann werden diese gierigen Menschen nur in hochgesicherten Wohngebieten leben können. Ein Gefängnis bleibt ein Gefängnis, auch wenn es aus Gold besteht.

Wollen wir, und ich meine wir alle als Menschheit, so leben? Ich nicht und es ist auch nicht das, was ich meinen Kindern erben möchte. Deshalb sind Projekte wie Amma65 noch kleine Hoffnungsschimmer. Aber was wäre, wenn sich hinter dieser kleinen Gruppe eine reale Alternative aufbaut? Eine Vision und bald eine Realität, in der wir nicht gegeneinander spekulieren, sondern gemeinsam und solidarisch probieren, nicht nur zu überleben, sondern zu leben.

Lieber Herr Mähren, unter dem Weihnachtsbaum werden Sie unser Haus nicht finden, weil unser Zuhause und was es für uns verkörpert nicht käuflich ist. Weil wir an humanistische Werte glauben und nicht an Geld. Weil wir keine Angst haben, anders zu denken. Weil wir entschlossen sind, uns für unsere Werte, unser Zuhause, unsere Familien, unsere Nachbarn und für Berlin als unsere Stadt, einzusetzen.

S.W.

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